Aktuelles

Aktuelles | 02.09.2026

Kommunale Wärmeplanung in Heilbronn-Franken: Von der Strategie in die Praxis

Die Landesförderung der Regionalen Beratungsstelle Kommunale Wärme­planung Heilbronn-Franken ist erfolgreich abgeschlossen. Was als inter­kommunales Förder­projekt begann, hat sich zu einem starken Netzwerk für die Region entwickelt. Die Energie- und Klimaschutz­agenturen ziehen eine positive Bilanz: Die Grund­steine sind gelegt, zahlreiche Wärmepläne beschlossen – und die Begleitung der Kommunen geht nahtlos weiter.

 

Mit dem Auslaufen der Landesförderung über das Programm Klima­schutz-Plus schließt die Regionale Beratungsstelle ein zentrales Kapitel der regionalen Energie­wende. Über Kreisgrenzen hinweg arbeiteten die Energie­- und Klimaschutzagenturen der Landkreise Heilbronn, Schwäbisch Hall, des Hohenlohe­kreises, des Main-Tauber-Kreises sowie des Stadtkreises Heilbronn Hand in Hand. Das gemeinsame Ziel: Städte und Gemeinden nicht nur formal durch den Planungs­prozess zu führen, sondern synergetische Strukturen aufzubauen, die weit über das Projektende hinaus tragen.

Gemeinsam mehr erreichen: Bilanz einer starken Kooperation

Während des Förderzeitraums begleiteten die beteiligten Agenturen die Kommunen von den ersten Orientierungs­gesprächen über die Bildung effizienter interkommunaler Planungskonvois bis hin zu Aus­schrei­bungen, Vergaben und der fachlichen Qualitätssicherung.

Dass aus der Kooperation ein echtes Praxis­netzwerk gewachsen ist, zeigte sich unter anderem beim ersten Wärme­kongress Heilbronn-Franken im Oktober 2025: Rund 90 kommunale Vertretende nutzten den Rahmen, um Erfahrungen auszutauschen und Weichen für konkrete Umsetzungsprojekte zu stellen.

 

Durch den stetigen Austausch zwischen Verwaltungen, Stadtwerken, Fach­büros und Energie­agenturen konnten Doppel­strukturen vermieden, Synergien effizient genutzt und praxis­erprobte Lösungs­ansätze schnell in die Fläche getragen werden.

 

Für Jonathan Wein, der die Klimaschutzagentur make it als Geschäfts­führer seit der Gründung mit aufgebaut hat, ist das Projekt auch persönliche von besonderer Bedeutung:

„Die Kommunale Wärmeplanung im Rahmen der Regionalen Beratungsstelle war für make it eines der ersten großen Projekte seit unserer Gründung. Dass wir diesen anspruchsvollen Prozess gemeinsam mit den Kommunen und Agenturen so erfolgreich abgeschlossen haben, macht uns stolz und sehr froh. Wir haben zusammen nicht nur Pläne erarbeitet, sondern ein echtes Arbeitsnetzwerk geschaffen, das den Grundstein für alle kommenden Schritte der Wärmewende in der Region legt.“

 

Der Blick in den Landkreis Heilbronn: 42 Kommunen erfolgreich begleitet

Im Landkreis Heilbronn hat die Klimaschutzagentur make it die Synergien der Beratungsstelle konsequent genutzt und insgesamt 42 Städte und Gemeinden in acht Planungskonvois sowie vier Einzelverfahren durch den Prozess begleitet.

 

Meilenstein-Übersicht im Landkreis Heilbronn Status & Highlights
Abgeschlossene Verfahren (Auswahl) Große Kreisstädte & Gemeinde Ilsfeld (bereits 2023), Konvoi Bad Friedrichshall (8 Kommunen), Konvoi Oberes Zabergäu & Stadt Brackenheim, Einzelbeschlüsse u. a. in Neuenstadt am Kocher (April 2026) und Bad Wimpfen (Juli 2026).
Öffentlichkeitsbeteiligung & Beschlussphase Konvoi Weinsberg (7 Kommunen, Offenlegung im Frühjahr) sowie Konvoi Lauffen am Neckar (5 Kommunen, finale Beschlussphase).
Begleitende Formate Etablierung des Formats Energieforum zur Bürger­information (u. a. Pfaffenhofen, Bad Wimpfen, Neuenstadt am Kocher).

Die nächste Phase: Wärmenetze vertiefen, Dezentralisierung begleiten

Mit vorliegenden Wärmeplänen verschiebt sich die Arbeit der Kommunen und der Agentur make it von der Strategie hin zur konkreten Realisierung. Hierbei stehen zwei Handlungsfelder im Mittelpunkt:

1. Machbarkeit von Wärmenetzen prüfen

Ein Wärmeplan identifiziert potenzielle Eignungsgebiete – die finale Umsetzbarkeit zeigen erst vertiefende technisch-wirtschaftliche Mach­barkeits­studien. Ein Vorzeige­beispiel bietet Bad Wimpfen: Parallel zum Beschluss des Wärmeplans wurde die konkrete Untersuchung für ein mögliches Wärmenetz in der denkmal­geschützten Altstadt auf den Weg gebracht.

2. Orientierung für dezentrale Quartiere schaffen

In ländlich geprägten Strukturen wird ein Großteil der Wärmeversorgung dezentral an den einzelnen Gebäudehüllen entschieden. Um Fehl­einschätzungen und Unsicherheiten bei Eigentümer:innen zu vermeiden, übersetzen die Kommunen und make it die Ergebnisse der Wärmeplanung in verständliche Beratungsangebote.

 

Veranstaltungsreihen wie das Energieforum bringen lokale Handwerksbetriebe, unabhängige Energieberatungen und Verwaltungs­fachleute direkt vor Ort zusammen. Sie vermitteln Bürger:innen Klarheit darüber, welche individuellen Sanierungsmaßnahmen für ihr Gebäude technisch und wirtschaftlich sinnvoll sind.

Ausblick: Energie-Aktionstag am 7. November in Brackenheim

Ein sichtbares Zeichen für den reibungslosen Übergang von der Planung in die Praxis setzt der kommende Energie-Aktionstag am 7. November 2026 im Bürgerzentrum Brackenheim. Unter dem Motto „Sicher, nachhaltig, gefördert – zukunftsfähige Sanierung und Energieversorgung leicht gemacht“ organisiert make it das Event gemeinsam mit der Stadt Brackenheim, dem GVV Oberes Zabergäu und der Deutschen Energie-Agentur (dena). Die herstellerneutrale Messe bringt Fachvorträge, Vor-Ort-Angebote der kostenfreien Energie­STARTberatung und Best-Practice-Beispiele zusammen – eingeladen sind Interessierte aus dem gesamten Landkreis.

Bewährte Strukturen bleiben erhalten

Auch wenn das Förderprojekt Regionale Beratungsstelle offiziell endet, bleibt das etablierte Netzwerk bestehen. Die Energieagenturen der Region Heilbronn-Franken setzen ihren interkommunalen Austausch fort.

 

Für die kommunalen Verwaltungen im Landkreis Heilbronn steht die Klimaschutzagentur make it weiterhin als verlässliche Partnerin zur Seite – bei der Begleitung von Folgestudien, der Organisation von Bürgerbeteiligungen oder der konkreten Ausgestaltung der lokalen Wärmewende.

Die Regionale Beratungsstelle wurde im Rahmen des Förderprogramms Klimaschutz-Plus des Landes Baden-Württemberg unterstützt. Partner sind das Klimazentrum Landkreis Schwäbisch Hall, die Klimaschutzagentur make it Landkreis Heilbronn, das Klima-Zentrum Hohenlohekreis, die Energieagentur Heilbronn und die Energieagentur Main-Tauber-Kreis. Gemeinsames Ziel ist die fachliche Begleitung der Kommunen sowie die Stärkung des interkommunalen Erfahrungsaustauschs bei der Energiewende.

Kontakt